Fragen und Antworten zu den Covid-19-Krediten des Bundes

 
  

Wer kann ein COVID-19 Kreditgesuch einreichen?

Alle Unternehmen (Einzelunternehmen, Personengesellschaften oder juristische Personen) mit Sitz in der Schweiz, die wirtschaftlich erheblich von der COVID-19 Pandemie betroffen sind, die vor dem 1. März 2020 gegründet wurden und deren Jahresumsatz nicht höher als bei 500 Millionen Schweizer Franken liegt. Zudem darf kein COVID-19 Kreditgesuch stellen, wer bereits im Rahmen der Sofortprogramme für Sport- und Kulturveranstalter Leistungen bezogen hat.

  

Wie unterstützt die NAB Unternehmen in der jetzigen Situation?

Als engagierte Bank für Unternehmer sind wir auch in diesen schwierigen Zeiten für unsere Kunden da. Wir haben uns frühzeitig und aktiv bei den Behörden eingebracht. Nebst der Bereitstellung von Überbrückungskrediten im Rahmen des Garantieprogramms des Bundes beteiligen wir uns auch an den Bürgschaftsprogrammen auf kantonaler Ebene.

  

Welche Sofortmassnahmen bietet die NAB nebst einem Überbrückungskredit durch den Bund?

Zusätzlich zur Möglichkeit von Überbrückungsfinanzierungen im Rahmen des Massnahmenpakets des Bundes sind wir gerne bereit, mit Ihnen über eine temporäre Sistierung von Amortisationszahlungen oder über Verlängerungen von Überzügen zu sprechen.

  

Wie kann ich das Gesuch für Überbrückungshilfe einreichen?

Am besten reichen Sie den Antrag über www.nab.ch/kmu-soforthilfe ein. Die Anträge werden elektronisch ausgefüllt, müssen ausgedruckt sowie unterschrieben eingereicht werden. Ein physischer Gang zum Bankschalter ist zwar möglich, aber nicht erforderlich. Die elektronische Übermittlung ist der schnellste Weg.

  

Können mehrfach Gesuche gestellt werden?

Pro Unternehmen kann nur ein Kreditgesuch um Soforthilfe von bis zu 500’000 Schweizer Franken gestützt auf die Absicherung durch den Bund gestellt werden. Für die weitergehende Überbrückungshilfe über 500'000 Schweizer Franken hinaus bis max.  20 Millionen Schweizer Franken ist aufgrund des höheren Betrags ein separates Gesuch einzureichen.

  

Beteiligt sich die NAB auch an Unterstützungsmassnahmen auf kantonaler Ebene?

Ja, wir beteiligen uns auch an den bisher getroffenen Bürgschaftsprogrammen auf kantonaler Ebene. Bundesbürgschaften und Kantonsgarantien sind unabhängig voneinander und sind gegenseitig ergänzende Angebote. Sie können also von Bundes- wie auch von den kantonalen Massnahmen profitieren, sofern die Voraussetzungen erfüllt werden. Die Verabschiedung der kantonalen Regelungen erfolgte in den meisten Fällen nach dem 26. März 2020. Informieren Sie sich auf dieser Seite.

  

Fallen zusätzliche Gebühren durch die Bank an?

Nein. Wir unterstützen unsere Kunden in dieser Situation gebührenfrei.

  

Müssen Kreditverträge nach wie vor eingehalten und Kreditzinsen weiterhin bezahlt werden?

Ja, die Kreditzinsen müssen weiterhin geleistet werden.

  

Wie lange ist die Rückzahlungsfrist?

Fünf Jahre, beziehungsweise in Härtefällen ist eine Verlängerung auf sieben Jahre möglich. Diese Kredite sind kein Geschenk und sie sind zurückzuzahlen, die Frist dafür ist aber lange, damit sich das Unternehmen erholen können. Die Unternehmen sollen die Kredite während der Laufzeit regelmässig amortisieren.

  

Mein Unternehmen ist nicht im Handelsregister aufgeführt. Kann ich trotzdem einen Antrag stellen?

Ja, falls das Unternehmen den Anforderungskriterien entspricht wie im Antragsformular aufgeführt, z.B. benötigt es eine Unternehmensidentifikationsnummer (UID).

  

Kann ich einen Antrag stellen, auch wenn ich einen bestehenden Kredit habe?

Ja, das hat keinen Einfluss auf die Antragsbewilligung für Kreditvolumen bis CHF 500’000.

  

Ich brauche CHF 2 Mio. als Überbrückungskredit. Muss ich zwei separate Anträge stellen?

Ja. Für die erste Tranche von CHF 500‘000 muss der Prozess für einen COVID-19-Kredit durchlaufen werden mit dem Antragsformular des Bundes. Für den darüber hinaus gehenden Anteil (in diesem Falle CHF 1.5 Mio.) muss der Prozess für einen COVID-19-Kredit Plus durchlaufen werden mit dem entsprechenden separaten Antragsformular des Bundes.

  

Ich benötige einen höheren Überbrückungskredit als ursprünglich beantragt? Kann ich nochmals einen Antrag stellen?

Man kann nur jeweils einen Antrag stellen. Einmal für ein Kreditvolumen bis CHF 500'000 und einmal für ein Kreditvolumen über CHF 500'000. Die maximale Kredithöhe beträgt 10 Prozent des Jahresumsatzes und maximal 20 Millionen Schweizer Franken. Ist Ihr maximal mögliches Kreditvolumen also grösser als CHF 500'000, muss der erste Antrag einmalig in dieser Höhe abgerufen sein. Ansonsten können Sie keine zweiten Antrag mehr einreichen. Deshalb ist es wichtig, dass Sie in Bezug auf das benötigte Kapital vorausschauend kalkulieren.

  

Ich habe eine Einzelunternehmung. Kann ich mein Gehalt mit dem Überbrückungskredit bezahlen?

Das Ziel des COVID-19-Kredites ist es, Unternehmen mit Zusatzliquidität zu unterstützen, um die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie abzufedern. Dies beinhaltet auch Gehaltszahlungen für Einzelunternehmer.

  

Kann ich die für den COVID-19-Kredit gezahlten Zinsen von meinem steuerpflichtigen Einkommen abziehen?

Bitte wenden Sie sich an Ihre örtliche Steuerbehörde oder an Ihren Steuerberater, um sich über die geltenden Gesetze und regulatorischen Vorschriften zu informieren.

  

Kann ein Unternehmen mit Hauptsitz ausserhalb der Schweiz einen COVID-19-Kredit für seine Schweizer Tochtergesellschaften beantragen?

Ja, solange die Schweitzer Tochtergesellschaft die Eignungskriterien erfüllt.

  

Kann eine Gruppe COVID-19-Kredite für verschiedene Unternehmen beantragen?

Ja, allerdings wird jedes Unternehmen individuell betrachtet und somit ist für jedes dieser Unternehmen ein Antrag erforderlich.

  

Gibt es Einschränkungen für die Unternehmen, die einen COVID-19-Kredit beziehen?

Ja, diese Einschränkungen sind in der Verordnung des Bundesrates geregelt. Der Zweck der Überbrückung ist ausschliesslich, die laufenden Kosten zu decken. Ausgeschlossen sind u.a. die Auszahlung von Dividenden, die Rückerstattung von Kapitaleinlagen oder neue Investitionen ins Anlagevermögen, die nicht Ersatzinvestitionen sind. Sobald sich ein Unternehmen erholt hat und wieder Wachstumspläne finanzieren oder Kapital ausschütten will, kann es den verbürgten COVID-19-Kredit zurückzahlen und sich über Gewinne, «normale» Bankkredite oder den Kapitalmarkt finanzieren.

  

Können die Banken COVID-19 Kreditanträge auch ablehnen?

Ja. Anträge können ohne Angabe von Gründen abgelehnt werden. Die NAB ist nicht verpflichtet, Kredite zu gewähren. Jedoch haben wir allergrösstes Interesse, unseren Firmenkunden unkompliziert zu helfen.

  

Wie begegnet der Bund allfälligen Missbräuchen?

Der Staat geht hier sehr unkompliziert vor und sichert zuerst die dringendsten Bedürfnisse an Geldzufuhr für Zehntausende von Schweizer KMUs. Dafür erwartet der Bund Ehrlichkeit und Fairness von den Unternehmen und deren Eignerinnen und Eignern. Wer mutwillig Falschangaben macht und das sehr einfach und unkompliziert aufgestellte System zu betrügen sucht, macht sich strafbar – die Notverordnung enthält entsprechende Strafbestimmungen (Busse bis zu 100'000 Schweizer Franken). Man muss beim Kreditantrag als Kunde aus diesem Grund gewisse Fragen beantworten, zum Beispiel ob man schon einen solchen Kredit bekommen hat oder ob einen bereits eine andere Bank abgewiesen hat. Sollten sich die Angaben im Nachhinein als falsch herausstellen, drohen Bussen. Kontrollen werden im Nachhinein durchgeführt.

  

Die CS hat angekündigt, den allfälligen Nettogewinn zugunsten von Projekten zur Unterstützung von Schweizer Unternehmen in Notlage zu spenden. Macht das die NAB auch?

Beim Massnahmenpaket des Bundes und insbesondere bei den Überbrückungskrediten für KMU geht es um die Unterstützung der Schweizer Wirtschaft. Wir als NAB wollen an diesem Programm nichts verdienen. Daher werden wir einen allfälligen Nettogewinn aus diesen Krediten zugunsten von Projekten zur Unterstützung von Unternehmen in Notlage spenden.