Wie Kinder den richtigen Umgang mit Geld lernen

Finanzerziehung spielt in der Schweiz eine bedeutende Rolle. Doch wer ist dafür zuständig, dass Kinder ein gutes Verständnis für den Umgang mit Geld bekommen? Und wie schafft man es, sie auf einem sicheren Pfad in die finanzielle Unabhängigkeit zu führen? Diese und weitere Fragen werden in der Taschengeld-Studie thematisiert. Mehr als 14'000 Erwachsene aus der Schweiz nahmen an der Befragung teil.

 

Umgang mit Geld lernen: die ersten Schritte

Schweizer Kinder sind im Schnitt sechs Jahre alt, wenn sie von ihren Eltern an das Thema Geld und den Umgang mit Finanzen herangeführt werden. Mit sieben Jahren dürfen Kinder das erste Mal kleine Einkäufe selbständig erledigen und mit zehn Jahren über Geldgeschenke verfügen.

 

Finanzerziehung ist Sache der Eltern

Ein verantwortungsbewusster Umgang mit Geld ist von zentraler Bedeutung für die finanzielle Sicherheit. Welche Rolle sollte Geld daher im Leben spielen? 91% der Eltern sehen die Finanzerziehung ihrer Sprösslinge ganz klar als ihre eigene Aufgabe. Dabei zeigen sich im Verlauf der Studie interessante Unterschiede hinsichtlich der individuellen Vorstellungen, die neben der regionalen Herkunft vor allem vom Einkommen und von der politischen Überzeugung geprägt sind. Für Eltern mit geringerem Einkommen (unter CHF 50'000.- jährlich) spielt es eine grössere Rolle, ihren Kindern den Umgang mit Geld beizubringen, als für Eltern der obersten Einkommensklasse (über CHF 200'000.- jährlich).

 

«Geld fällt nicht vom Himmel, man muss dafür arbeiten»

Drei wesentliche Prinzipien prägen die Finanzerziehung in der Schweiz:

  1. Geld bildet einen Gegenwert für erbrachte Leistungen
  2. Geld bestimmt die Grenze des eigenen Konsums
  3. Geld steht dennoch nicht über allem 

Entsprechend verwundert es nicht, dass die meisten Eltern angaben, ihren Kindern zu einem vernünftigen Umgang mit Geld zu raten. Die Aussage

«Geld fällt nicht vom Himmel, man muss dafür arbeiten» fand mit 77% den grössten Zuspruch. Und das, obwohl nur eine Minderheit von 37% Bedingungen an die Vergabe des Taschengelds knüpft. Auf Platz zwei folgte mit 64% Zustimmung «Lebe nicht über deinen Verhältnissen» und auf Platz drei mit 63% «Geld ist nicht alles im Leben».

 

Sparen und Geldausgeben

Regen Eltern ihre Kinder zu Sparsamkeit an? Und wie können Eltern ihre Kinder behutsam an die Herausforderungen der Konsumgesellschaft heranführen?

Kinder sollen möglichst früh lernen, nicht über ihre Verhältnisse zu leben. Die Studie zeigt jedoch klar, dass sparen um des Sparens willen nur von relativ wenigen Eltern als zentraler Erziehungsinhalt vermittelt wird.

Ein wichtiger Aspekt der Finanzerziehung ist natürlich das Taschengeld. Der grösste Teil der Kinder erhält dieses zwischen sechs und zehn Jahren zum ersten Mal. Das Taschengeld ist dabei so etwas wie ein Übungsfeld, auf dem Kinder den Umgang mit eigenem Geld erlernen können.  

 

Kinder sparen ihr Taschengeld

Die typischen Taschengeldbeträge sind eher klein - so erhält ein 10-jähriges Kind im Durchschnitt CHF 14.-, ein 12-jähriges CHF 23.- im Monat - dafür dürfen die meisten Kinder frei darüber verfügen. Doch auch wenn kein elterliches Sparziel besteht, gibt die grosse Mehrheit der Kinder das Taschengeld nicht einfach für momentane Konsumwünsche aus, sondern legt zumindest einen Teil davon zur Seite. Die meisten Kinder tun dies ohne klares Sparziel, für die anderen stehen insbesondere elektronische Geräte und Fortbewegungsmittel auf der Wunschliste. Darüber hinaus legen auch die Eltern Geld zur Seite, über das ihre Kinder ab einem bestimmten Alter verfügen dürfen. Spargrund ist hier meist die Finanzierung der Ausbildung oder der Fahrprüfung.

 

Einflussnahme in der Finanzerziehung

Zu guter Letzt widmet sich die Taschengeld-Studie der Frage, wer neben den Eltern einen Einfluss auf die Finanzsituation der Kinder hat – und wie sich dieser bemerkbar macht. Aus der Befragung wird deutlich, dass die Eltern den Geschwistern, Grosseltern, Paten und anderen Verwandten in der Regel einen positiven Einfluss zuschreiben. Eher negativ empfinden hingegen 75% den Einfluss anderer Kinder. Ein Grund mag sein, dass sie Konsumwünsche wecken, die vielleicht nicht im Bereich des Möglichen liegen. Den negativsten Einfluss haben jedoch Medien, Idole und die Werbung. Und wie steht es mit Banken? Eine Mehrheit von 56% ist davon überzeugt, dass Banken grundsätzlich einen positiven Einfluss auf ihre Kinder respektive deren Umgang mit Geld haben.

 

Quelle: Credit Suisse AG